Da die Weißmetrik nur einen kleinen Ausschnitt der Farbmetrik bildet, aber zusätzliche Anforderungen sowohl an die visuelle Abmusterung als auch an die instrumentelle Messung stellt, sind fundierte Arbeiten zur Weißmetrik nur vereinzelt zu finden. Die zahlreichen Weißgradgleichungen sind das Ergebnis eines industriellen Bedarfs für jeweils eine spezielle Anwendung. Haben diese Gleichungen den zugrundeliegenden Bedarf hinreichend befriedigt, wurden keine weiteren Untersuchungen mehr angestellt. Entwicklung und Einsatz von fluoreszierenden optischen Aufhellern, FWAs (Fluorescent Whitening Agents), in großem Maßstab gaben den Anstoß zu umfangreichen Arbeiten zur Weißmetrik. Aus diesen Arbeiten gingen die Weißgradgleichung der CIE und die allgemeiner formulierte Weißgradgleichung von Ganz hervor.
Charakterisierung von Weißgradgleichungen
Aufbauend auf den umfangreichen Arbeiten von Ernst Ganz und seiner allgemeinen Formulierung einer linearen Weißgradgleichung lassen sich andere Weißgradsysteme, die auf einer farbmetrischen Beschreibung beruhen, einordnen und ihre Eigenschaften untereinander vergleichen.
Weiterentwicklung von Weißgradgleichungen
Der Weißgrad nach CIE wird in der Industrie nicht nur innerhalb seines Definitionsbereichs verwendet. Oft werden die Grenzen dieses Definitionsbereichs ignoriert. Das liegt auch daran, daß diese Grenzen eher willkürlich festgelegt und nicht streng an unser visuelles Weißempfinden angepaßt wurden.
Außerhalb des Definitionsbereichs bewegt man sich auch, wenn der Weißgrad nach CIE für unterschiedliche Beleuchtungen angewendet wird, da er nur an unser visuelles Weißempfinden bei einer Beleuchtung mit Tageslicht angepaßt wurde. Untersuchungen unter anderen Beleuchtungen und die entsprechende Formulierung eines Weißgrads stehen noch aus.