Bei der Grundkalibrierung wird ein Remissionsspektrometer auf das Remissionsverhalten des idealen Diffusors bei gleichen Beleuchtungs- und
Meßbedingungen bezogen. Bei fluoreszierenden Mustern enthält der Meßwert einen Anteil, der von der Fluoreszenz an der Meßwellenlänge kommt. Eine zusätzliche Kalibrierung der Fluoreszenzanregung
muß die Fluoreszenz an die Lichtart anpassen, die für farbmetrische Berechnungen verwendet wird.
Messungen von weißen, optisch aufgehellten Mustern an Remissionsspektrometern, die nicht für diesen Einsatz kalibriert sind, können zu nicht tolerierbaren Unterschieden der Meßergebnisse führen. Normen zur Messung solcher Muster stellen unterschiedliche Anforderungen an das Meßgerät und die Kalibrierung.
Messen des Weißgrads nach CIE
Die CIE schreibt nicht explizit eine UV-Kalibrierung vor, macht aber erhebliche Einschränkungen bezüglich Messung und Anwendung des Weißgrads. Auch unter Berücksichtigung aller Randbedingungen bleibt der gemessene Weißgrad eine relative Größe.
Messungen an einem Remissionsspektrometer mit aktueller, korrekter UV-Kalibrierung ergeben einen CIE-Weißgrad, der jederzeit reproduziert werden kann, auf jedem Meßgerät mit entsprechender Kalibrierung.
Messen des Weißgrads nach DIN
In den DIN-Normen zu den optischen Eigenschaften von Papier und Pappe wird für optisch aufgehellte Muster für die Messung des Reflexionsfaktors eine UV-Kalibrierung vorgeschrieben. Die spektralen Reflexionsfaktoren des Transfermaßstabs für eine Fluoreszenzanregung mit der Normlichtart D65 müssen zu einem nationalen metrologischen Labor rückverfolgbar sein. Aus den gemessenen Reflexionsfaktoren kann dann der Weißgrad nach CIE berechnet werden
Messen des Weißgrads nach ISO
In den ISO-Normen zu den optischen Eigenschaften von Zellstoff und Papier wird für optisch aufgehellte Muster nicht nur eine UV-Kalibrierung, sondern auch der zu verwendende Transfermaßstab vorgeschrieben.
Messen des Weißgrads nach Ganz
Eine korrekte Messung des Weißgrads nach Ganz erfordert eine aktuelle, korrekte UV-Kalibrierung. Dabei werden die Parameter der Weißgradgleichung bestimmt. Diese Parameter sind variabel, sie gelten nur für das kalibrierte Meßgerät und nur solange die aktuelle Kalibrierung korrekt ist.
Die auf das einzelne Meßgerät abgestimmte Weißgradgleichung erlaubt eine bestmögliche Übereinstimmung der an unterschiedlichen Geräten gemessenen Weißgrade.